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HPV-Impfung als integrierter Bestandteil in das empfohlene Impfprogramm

Abstract, 102. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, 14. - 17. September 2006

M. Hampl
Frauenklinik, Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf;

Das humane Papillomavirus (HPV) ist ein streng wirtsspezifisches, epitheliotropes Virus, das das Epithel der Schleimhäute des Genitale infiziert. Es ist das häufigste durch Geschlechtsverkehr übertragene Virus weltweit. Entsprechend ihrer Zuordnung zu den Krankheitsbildern unterscheiden wir low risk Typen, die v.a. für die Entstehung von Genitalwarzen verantwortlich sind und high risk Typen, die für die Karzinogenese verantwortlich sind.

Eine persistierende Infektion mit high risk HPV ist eine notwendige Voraussetzung für die Entstehung der schweren Präneoplasien und Neoplasien der Zervix und Vulva. Die Durchseuchung mit diesem Virus weltweit ist sehr hoch, ca. 60-70 % der Frauen machen in ihrem Leben die Infektion durch, meist jedoch symptomlos. Die spontane Ausheilung der Infektion erfolgt bei einem Großteil der Frauen innerhalb von 12-18 Monaten. Nur ein geringer Anteil wird eine persistierende Infektion entwickeln mit dem Risiko der Entstehung eines Genitalkrebses. Die HPV Infektion kann durch eine prophylaktische Impfung verhindert werden.

Der von der Firma Sanofi Pasteur & MSD entwickelte prophylaktische quadrivalente Impfstoff Gardasil R besteht aus leeren Virushüllen, sogenannten VLP´s (virus like particles) der HPV Typen 6, 11, 16 und 18. Diese 4 Typen sind für 90% der Genitalwarzen und 70% der Cervixkarzinome verantwortlich. In den Phase II und Phase III Impfstudien an über 25.000 jungen Frauen, sowie 1000 Mädchen und Jungen im Alter von 10-15 Jahren erwies sich der Impfstoff als hoch immunogen, sehr gut verträglich und hatte eine Effektivität in Bezug auf Verhinderung einer HPV 6/11 oder 16, 18 Infektion und der Entstehung von Warzen, cervikalen Präneoplasien (CIN) und Zervixkarzinomen von 97-100%.

Neben der Entwicklung eines optimalen Impfstoffes ist die Umsetzung eines wirksamen Konzeptes für die Anwendung der Impfung in der Zielpopulation eine entscheidende Voraussetzung für die Effektivität der Impfung. Da der Virus fast ausschließlich durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, muss diese prophylaktische Impfung der jungen Mädchen (und Jungen) vor Aufnahme des ersten Sexualkontaktes erfolgen. Ideale Ansprechpartner sind daher die betreuenden Kinder- und Jugendärzte z.B. im Rahmen der Jugenduntersuchung J1 oder die Gynäkologen, wenn die jungen Mädchen zur Pillenerstverordnung in die Praxis kommen. Weiterhin kann durch Aufklärung der Mütter, v.a. von selbst von der Infektion betroffenen Frauen, die Impfung der Töchter empfohlen werden. Seitenanfang