Diese Frage wird von Müttern, aber auch von den Mädchen selbst immer häufiger gestellt. Sie impliziert eine Reglementierung dieses Termins - davon kann aber keine Rede sein! Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie beantwortet die Frage und verbindet damit Empfehlungen für das Vorgehen der Kolleginnen und Kollegen bei jungen Mädchen, die sie erstmals konsultieren.
unter Einbeziehung der Familienanamnese ist zu erheben. Sie soll nicht nur durchgemachte Krankheiten registrieren, sondern sich an der Lebenswelt der Jugendlichen orientieren. Zur Sozialanamnese gehören indirekte Fragen, die konkret auf Erfahrungen und Erlebnisse abzielen, z. B. wie vergleicht das Mädchen seinen Entwicklungsstand mit Gleichaltrigen? Wie kommt sie zurecht mit Eltern, Lehrern, Mitschülern? Sind Tabakwaren, Alkohol, Drogen leicht zugänglich?
umfassen die Bestimmung der TANNER-Stadien und des Body-Mass-Index. Eventuell kann eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt werden, die außer ihrer diagnostischen Funktion dem Mädchen einen visuellen Eindruck vom Körperinneren vermittelt. Der Einsatz von weiteren Untersuchungsverfahren ist im Rahmen der Vorsorge kontraproduktiv. Um das Schamgefühl sehr junger Mädchen zu respektieren, kann bei Beschwerdefreiheit auf die Inspektion des Genitale verzichtet bzw. diese auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden. Das ist insbesondere dann möglich, wenn der Normalzustand des Genitale bereits bei kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert wurde.
umfasst die persönliche Hygiene im allgemeinen und die Menstruationshygiene im besonderen; die Möglichkeiten der Kontrazeption; die gesunde Lebensführung; evtl. die sexuelle Orientierung; den Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten im Hinblick auf Erhalt der Fertilität; schließlich den Impfschutz (Röteln, Hepatitis B).
ist die zentrale Maßnahme. Das Mädchen muss Zeit und Gelegenheit haben - und es muss dazu ermutigt werden! -, seine Fragen im Hinblick auf die körperliche Entwicklung u. a. vorzubringen. Alle Fragen müssen beantwortet werden, und zwar so, dass das Mädchen es versteht. Nur auf diese Weise kann sich eine vertrauensvolle Arzt-Patientin-Beziehung entwickeln.