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Aktuelles

Rundschau

Bericht Intensivkurs II 2009 in Finsterbergen

Nachruf auf Dr. Klaus Geipel

Buchbesprechung: Traurige Schicksale

Ausschreibung des Judith-Esser-Mittag-Preises 2010 der AG Kinder- und Jugendgynäkologie

Aufruf der AG Kinder- und Jugendgynäkologie


Bericht Intensivkurs II „Praxis der Kinder- und Jugendgynäkologie“ 2009, 11. bis 13. Juni 2009 in Finsterbergen (Thüringen)

Ein Bericht von Dr. med. Marlene Heinz

Der wie in 2008 auf 50 Teilnehmer limitierte Kurs II 2009 in Thüringen - für erfolgreiche Absolventen der Intensivkurse I (München) - war voll ausgebucht. Die Evaluierung der acht Themenseminare - Intensivtraining in zwei Gruppen à 25 Teilnehmer - bewertete für sieben der Themen die wissenschaftlichen Inhalte mit 1,3, die Referenten mit 1,2 und die Praxisrelevanz mit 1,4 (für s = 0,18). Die Bewertung des objektiv begründet signifikant in 2009 herausfallenden achten Themas ergab im Mittel die Note 2,4 (mit s = 1,0). Die im Aktivseminar von vier Teilnehmern des Kurses präsentierten Vorträge zu Fällen aus der selbstverantworteten Sprechstunde, mit anschließender Diskussion im Plenum und Jurybewertung, wurden sowohl von der Idee als auch in ihrem Lerneffekt für die eigene Praxis mit 1,3 (s = 0,5) bewertet.

Den diesjährigen Praxispreis erhielt Frau Dr. Petra Klemm, Universitätsfrauenklinik Jena, für ihren Beitrag „Juveniler Granulosazelltumor“. Neben zwei weiteren Arbeiten von Kolleginnen aus Uni-Bereichen ist die Aktivität von Dr. Wessel von Loe, alleiniger Vortrag eines niedergelassenen Kollegen, hervorzuheben. Wenn die Präsentationen im Aktivseminar vor allem auf den in der täglichen Praxis nur scheinbar vernachlässigten wissenschaftlichen Hintergrund gerichtet sind, dann zeigen Interesse und Diskussionsfreudigkeit umso mehr den besonderen Zusammenhang zwischen oft unbewusstem, dennoch kausalem täglichen Handeln, theoretisch begründeter Diagnostik und Therapie. Die bedeutenden Fortschritte der Medizin als Biowissenschaft auch in der täglichen Routine bewusst zu nutzen, ist das besondere Ziel des Praxiskurses. Dass die Evaluierung der Frage nach einer künftigen Motivierung zu eigenen Vorträgen überwiegend mit „vielleicht“ beantwortet wurde, zeigt vor allem Unsicherheit gegenüber dem Begriff „wissenschaftlich“ neben Überwindung des Zeitfaktors. Dies vernachlässigt aber den erheblichen Gewinn für die Argumentationsfähigkeit in der eigenen Praxis. Die Abschlussevaluierung des Intensivkursprogramms der AG ergab eine insgesamt hohe Zustimmung zur inhaltlichen Einheit der Kurse I und II (Note 1,1), Praxisrelevanz von 1,5 und eindeutige Empfehlung des Kurses II (1,0) für Absolventen der Kurse I. Besonders anzumerken ist, dass mehr als 70 Prozent aus dem Kurs II die intime Atmosphäre des Tagungshotels eindeutig begrüßten.

Intensivkursprogramm der AG - die nächsten Termine


Nachruf auf Dr. Klaus Geipel
3. März 1923 bis 4. Dezember 2008

Ein Vater der Kinder- und Jugendgynäkologie

Klaus Geipel gehörte zu den Allerersten, die sich hierzulande mit der Gynäkologie des Kindes und der Jugendlichen befassten. Seit 1977 ist er als Frauenarzt in Braunschweig in der Subspezialität tätig gewesen. Mit einem Dutzend Kolleginnen und Kollegen bekundete er Interesse an der Kinder- und Jugendgynäkologie, als Professor Rudolf Kepp 1972 eine Umfrage bei den Mitgliedern der DGGG veranstaltete. Die geringe Resonanz enttäuschte, die geplante Gründung einer Arbeitsgemeinschaft wurde dilatorisch behandelt. Dessen ungeachtet begann Klaus Geipel, seine Praxis für kleine und größere Mädchen zu öffnen, 1978 war er dabei, als etwa 200 Interessenten auf Einladung von Professor Peter Stoll zu einem Arbeitstreffen in Düsseldorf vom 13. bis 15. Januar zusammenkamen, und als sich am 12. September 1978 die Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie konstituierte, gehörte er zu den Gründungsmitgliedern.

In den Achtzigerjahren führte Klaus Geipel (1984, 1985 und 1986 jeweils im Mai/Juni) Fortbildungstagungen im Atrium- Hotel in Braunschweig durch. Namhafte Referenten aus dem In- und Ausland sprachen über Themen, über die wir auch heute noch sprechen: Untersuchungstechnik, endokrinologische Aspekte, Anomalien der geschlechtlichen Entwicklung, die jugendliche Mamma, Fluor und Hygiene, Menstruation und Sport, Jugendsexualität und Kontrazeption. Unter seiner Ägide wurde die interdisziplinäre Bedeutung der Kindergynäkologie mit der Schnittstelle Gynäkologe/Pädiater diskutiert. Das hohe Niveau der Fortbildungstagungen und die vorzügliche Organisation, bei der Frau Ute Geipel ihren Mann tatkräftig unterstützte, zog einen großen und wachsenden Teilnehmerkreis an. 1992 fand die letzte derartige Veranstaltung in Braunschweig statt. Beim DGGG-Kongress in Nürnberg am 11. September 1998 wurde Klaus Geipel in Anerkennung seiner Verdienste um die Kinder- und Jugendgynäkologie zum Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft ernannt.

Wir verdanken Dr. Klaus Geipel, dass er als einer der Ersten die Lücke in der gynäkologischen Versorgung unserer Mädchen erkannt und defi niert hat. Dann ist er tatkräftig und konsequent an die Arbeit gegangen, er hat seine frauenärztliche Sprechstunde für Kinder und Jugendliche geöffnet, dann die Inhalte der Subspezialität in Fortbildungsveranstaltungen an seine Kolleginnen und Kollegen vermittelt. Seine Initiativen haben die Kinder- und Jugendgynäkologie in der Region etabliert und weit darüber hinausreichende Impulse gegeben. Klaus Geipels letzte Lebensjahre waren von einer schweren Krankheit überschattet. Er ist am 4. Dezember 2008 verstorben.

Autorin: Dr. med. Judith Esser Mittag, Düsseldorf Seitenanfang


Traurige Schicksale

Buchbesprechung

Kindesmisshandlung
Medizinische Diagnostik, Intervention und rechtliche Grundlagen

Herrmann B., Dettmeyer R., Banaschak S., Thyen U.
Springer Medizin Verlag Heidelberg 2008
347 Seiten, 177 Abbildungen, 60 Tabellen
ISBN 978-3-540-77445-7

Wenn schwere Kindesmisshandlungen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gelangen, fragen viele Menschen vorwurfsvoll, warum denn niemand etwas früher bemerkt hat. Vor allem Ärzte geraten in Verdacht, zu spät gehandelt zu haben. Denn zumeist hat Warten schlimme Folgen: Es kommt zu weiteren Misshandlungen, unter Umständen mit Todesfolge.

Ziel des Buches „Kindesmisshandlung: Medizinische Diagnostik, Intervention und rechtliche Grundlagen“ von Bernd Herrmann und seinen Kollegen ist es deshalb, Ärzte in die schwierige Problematik einzuführen.

Herrmann ist Oberarzt der Kinderklinik im Klinikum Kassel und Leiter der Ärztlichen Kinderschutz-Ambulanz. Zusammen mit drei Kollegen aus der Rechtsmedizin und Sozialpädiatrie verfasste er das Buch. Es geht auf Fragen ein, die von Bedeutung sind: Wie soll der Arzt sich bei einem Verdacht verhalten? Welche Diagnosekriterien erhärten die Bedenken? Wie ist die rechtliche Situation? Wie kann der Arzt erfolgreich Einfluss nehmen und allen Beteiligten helfen, die schwierige Lage bestmöglich zu meistern? Ausgehend von einer kurzen historischen Einleitung wenden sich die Autoren den Problemen körperlicher Misshandlungen zu. Besondere Kapitel gelten dem Schütteltrauma, den schweren und schwersten Hirnverletzungen, den Knochenbrüchen und den Verletzungen im Brust- und Bauchraum. In den folgenden Kapiteln geht das Buch auf sexuellen Kindesmissbrauch, Vernachlässigung und emotionale Misshandlung ein. Ein weiterer Themenschwerpunkt ist die forensische Beweismittelsicherung. Im Anhang findet sich praktisches Arbeitsmaterial: Dokumentationsbögen, Befundvordrucke, Checklisten, Literatur und Internet- Links. Dieses Buch ist ein unentbehrliches Werkzeug und ein umfassendes aktuelles Nachschlagewerk nicht nur für Kinder- und Jugendärzte, sondern auch für Kollegen anderer Fachdisziplinen.

ausführliche Buchbesprechung von Francesca NavratilSeitenanfang


Judith Esser Mittag-Preis

Ausschreibung 2010 des "Judith-Esser-Mittag-Preises" der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie e.V. für Arbeiten zu allen Aspekten der Subspezialität

Die beiden besten wissenschaftlichen Arbeiten auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendgynäkologie werden von der AG Kinder- und Jugendgynäkologie e. V. mit dem Judith-Esser-Mittag-Preis ausgezeichnet.

Der 1. Preis ist mit € 4.000,00 und der 2. Preis mit € 2.500,00 dotiert.

Teilnahmeberechtigt sind alle Ärzte/Innen mit einer deutschen Approbation. Neben Arbeiten von einzelnen Autoren sind auch solche von Arbeitsgruppen  zugelassen. Bei letzteren wird der Ausweis der Einzelleistungen in den Schriften vorausgesetzt.

Die in deutscher Sprache verfassten Arbeiten dürfen nicht älter als 18 Monate, nicht veröffentlicht und noch nicht mit einem Preis ausgezeichnet worden sein.
Nach schriftlich bestätigtem Eingang einer Arbeit beim Vorstand der AG ist sie für den/die Verfasser/in zur Veröffentlichung frei. Der Vorstand der AG bestellt die Mitglieder eines Gutachterkollegiums. Dessen Entscheid ist unanfechtbar, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Arbeiten können ab sofort eingereicht werden an die

Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie e.V.
z.H. Herrn Prof. Dr. med. Helmuth G. Dörr
Klinik mit Poliklinik für Kinder und Jugendliche
Loschgestrasse 15, 91054 Erlangen.

Einsendeschluss ist der 15. Juli 2010.Seitenanfang


Aufruf der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendgynäkologie e. V.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir erhalten regelmäßig Anfragen von Frauen- und Kinderärztinnen/-ärzten aus der gesamten Bundesrepublik bezüglich des Angebots von qualifizierten kinder- und jugendgynäkologischen Sprechstunden in unserem Land. Leider sind wir aber nur ungenügend darüber informiert, welche Kolleginnen/Kollegen wo, wann und mit welcher Qualifikation kinder- und jugendgynäkologische Sprechstunden durchführen.

Es ist unser Anliegen, qualifizierte Sprechstunden allen nachfragenden Kolleginnen/Kollegen bekanntzumachen. Gleichzeitig arbeitet die AG daran, dass Subspezialitäten wie die Kinder- und Jugendgynäkologie auch auf dem Praxisschild von entsprechend erfahrenen Kolleginnen/Kollegen ausgewiesen werden dürfen. Falls Sie interessiert sind, bitten wir Sie um die Beantwortung folgender Fragen:

Name/Titel:
Fachrichtung:
Klinik-/Praxisadresse:
Tel./Fax/E-Mail:
Bieten Sie separate Sprechstunden für Kinder- und Jugendgynäkologie an?
Anzahl kinder- und jugendgynäkologischer Konsultationen/Woche?
Welche Qualifikation haben Sie im Hinblick auf die Kinder- und Jugendgynäkologie?
Selbststudium: Standardwerke? Zeitschriften? Welche?
Kongressbesuche: Welche? IFEPAG-Examen?
Sonstiges (z.B. Hospitationen u.a.)?

Ihre Antwort richten Sie bitte an:
Dr. med. Marlene Heinz, Postfach 101303, 40004 Düsseldorf, Telefon: 0211-6954832, Fax: 0211-6954830, E-Mail Email-Kontakt

Auf weitere gute Zusammenarbeit

Ihre
Dr. med. Marlene Heinz,
1. Vorsitzende der AG Kinder- und Jugendgynäkologie e.V.

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