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Abstracts des Münchener Symposiums für Kinder- und Jugendgynäkologie
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Arbeitsgemeinschaft vom 23. bis 25. Oktober 2003, Frauenklinik, Klinikum Großhadern, Ludwig-Maximilians-Universität, München

Dr. med. Camilla Kuchenbecker, Magdeburg

Schwangerschaft und Geburt bei 13- bis 16-jährigen Teenagern

1. Fragestellung:

Teenager-Gebärende werden weltweit als medizinische Risikogruppe eingestuft, da sie in bisherigen Studien häufig Geburtskomplikationen zeigten. Es soll untersucht werden, ob sich der Anteil der Teenager-Gebärenden im Geburtengut der Universitäts-Frauenklinik Magdeburg verändert hat und ob in dieser Altersgruppe unter der in Deutschland qualitativ gut organisierten Schwangerenvorsorge spezielle Komplikationen zu erwarten sind.

2. Methodik:

Es wurden mütterliche und kindliche Daten der Schwangerschaftsverläufe und Geburten von Teenagern (Alter: < 16 Jahre, n = 98) aus dem Zeitraum von 1990 bis 2002 retrospektiv erhoben. In die Vergleichsgruppe wurde die jeweils im Geburtenbuch nachfolgende Geburt (Alter: 18-35 Jahre, n = 98) aufgenommen. Die statistische Auswertung der Daten erfolgte mittels Varianzanalyse.

3. Ergebnisse:

Bei rücklaufiger Gesamtgeburtenzahl ist es in den letzten 13 Jahren zu einem relativen Anstieg der Teenager-Geburten gekommen. Die Teenager konnten signifikant häufiger keine verwertbaren Angaben zur Errechnung des Geburtstermins machen. Ferner war der Anteil der Raucherinnen sowie die konservativ behandelten Falle von Zervixinsuffizienz signifikant höher. Teenager hatten signifikant häufiger Spontangeburten und seltener sekundäre Sectiones. Der Anteil der Frühgeburten oberhalb der 34. SSW war erhöht. Vaginal-operative Entbindungsmethoden kamen nicht häufiger zum Einsatz. Der Anteil der zur Adoption freigegebenen Neugeborenen lag bei den jugendlichen Muttern signifikant höher. Keine statistisch gesicherten Unterschiede gab es hinsichtlich des Geburtsverlaufs, der Geburtsverletzungen und des Vitalitäts- und Aziditätsstatus der Neugeborenen.

4. Schlussfolgerung:

Abgesehen von einer erhöhten Frühgeborenenrate stellen Teenager im untersuchten Geburtengut medizinisch und geburtshilflich keine Risikogruppe dar. Im Vordergrund stehen vielmehr die psychosozialen Probleme, die eine besondere Fürsorge in der Schwangerenbetreuung und eine noch intensivere Aufklärung über Zyklus, Kontrazeption und gesunde Lebensweise erfordern.

Dr. med. C. Kuchenbecker und J. Nieder,
Universitäts-Frauenklinik, Magdeburg

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